Wettis Welt

Ein satirischer Blick auf Dinge, die die Welt garantiert nicht verändern …

Als der große FC Bayern München mal in Friedewald trainierte

Geschrieben von wettiscorner am 25. Januar 2012

 Manchmal lohnt es sich, in seinen alten Tagebuchaufzeichnungen zu schmökern. Im Juli 2000, also vor bald 12 Jahren, ereignete sich im hessischen, idyllisch gelegenen Friedewald wahrlich Historisches. Festgehalten hatte ich dies Ereignis dereinst in einem kurzen Eintrag in einer Art Tagebuch:

„Friedewald ist seit Montag im Ausnahmezustand. Die Bayern sind da und veranstalten in dem Waldhessendorf, meiner Heimat, ein einwöchiges Trainingslager. Ich war mit der halben Sippschaft auch schon am Platz und habe zugesehen. Manchmal treffen Großereignisse eben doch aufeinander. Denn am Wochenende wurde Mutter 65. Schön gefeiert mit der ganzen Sippe und den Bayern-Millionären mal beim Training zugesehen. Und es gab schon was zu sehen. Linke, der Ex-Schalker, der große Ottmar. Aber dennoch schlägt mein Herz natürlich weiterhin für Schalke, auch wenn die Idioten so ziemlich jeden Kredit verspielt haben und ihn sich erst durch überzeugende Leistungen zurückholen müssen. Bayern München: Über dieses Trainingslager ließe sich gar festlich eine satirische Geschichte über die Dorfbewohner schreiben: Welche Machtkämpfe innerhalb der Vereinsstruktur durchgeführt werden, wer dem Kaiser als erster die Hand geben darf, wer was wann macht, wer die Macht hat usw. Welche Dorfbewohner wie zu dem Thema eingestellt sind. Ein ganzes Dorf dreht durch, nur wenige behalten einen klaren Kopf, wer brät die Würstchen und nicht zu vergessen: der wichtigste Mann vom Ganzen: der Herr über Millionen Grashalme: Der Rasenmäherbeauftragte. Der, der den Rasen für die Bayern schon Wochen vorher richtig pflegen und düngen muss, der den richtigen Dünger nehmen muss, den er täglich mähen muss, der den Rasen vor Sonne aber auch vor zu viel regen schützen muss usw.“

Wer weiß, vielleicht denke ich mir hierzu wirklich mal ein paar Figuren aus und lasse eine ähnliche Geschichte in einem Allerweltsdorf spielen. Was passiert in einem Ort, wenn sich täglich 3000 Menschen aus nah und fern auf einem 08/15 Sportplatz einfinden, um ihren Idolen beim Kicken zuzusehen, die lediglich etwas Gymnastik machen und kein Balltraining. Was machen Kinder, um an Autogramme zu kommen. Mal schauen, lasst euch einfach überraschen :-)

P.S.: In der Nähe von Friedewald gibt es übrigens eine uralte Autobahnbrücke – die Kesselbrücke – , über die die A4 von Frankfurt nach Dresden führt und die irgendwann mal weggesprengt werden soll. Das wird sicherlich ein ähnlich historisches Ereignis, wie jener Besuch des großen FC Bayern München.

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Das Dschungelcamp hat wieder geöffnet – mit schwachen Kandidaten

Geschrieben von wettiscorner am 15. Januar 2012

Das Dschungelbuch ist also wieder geöffnet. Ein weiteres Mal wird eine Dschungelkönigin oder ein männlicher Ableger gesucht, doch die diesjährige Auswahl von RTL lässt zu wünschen übrig. Mehr oder Besseres war aus der D- bis G-Promiresterampe wohl nicht mehr rauszuholen.

Den früheren Kugelblitz Ailton – der, man glaubt es kaum, auch mal für Schalke auf Torejagd ging – wird es wohl nicht allzu lange im Dschungel halten (oder er verschläft die Sache), das gilt ebenso für die Heulsuse Daniel Lopez, dessen einziger Verdienst es mal war, bei Dieter Bohlen als Siebter bei DSDS auszuscheiden, und auch das ist schon Jahre her. Ein anderer, ein gewisser abtrünniger Sohnenmann von Uwe Ochsenknecht, macht sich als Rocco ganz stark, wirkt aber in seinem pubertären Balzgehabe so peinlich, dass auch ihm ein frühes Ende beschieden sein sollte. Ein gewisser Vincent Raven sieht aus wie 60 ist aber angeblich gerade mal 45. Möchte nicht wissen, wir alt der nach Ende der Sendung ausschaut. Dann gibt es da noch einen weiteren gescheiterten Sänger, der vor allem durch diverse Tätowierungen auffällt, sonst aber durch nichts.

 Bei den Weibchen sticht natur- oder künstlichgemäß die eingekaufte B. Nielsen hervor, die allerdings ungeschminkt ebenfalls deutlich reifer wirkt, als die kolportierten 48 Jahre. Sie dürfte wohl relativ lange im Camp bleiben. Dies gilt ebenso für das „Modell“ Micaela Schäfer, die zugegeben ihre erste Dschungelprüfung mit Bravour absolviert hat und auch sonst viel Silikonholz vor der Hütte lagert. Über das 19-jährige, ständig mit Lippenherpes kämpfende Küken legen wir mal lieber ein Tuch des Schweigens. Die Mutter der Kompanie, Frau Leiß, wird es eh nicht mehr lange aushalten – einmal wegen der Bohnen, die nicht schnell genug fertig werden, und in erster Linie wegen ihrer Rückenprobleme. Tja, was dann noch eine gewisse Momo und eine den Höhepunkt suchende Ex-Sängerin einer Ex-Girlietruppe in den australischen Dschungel getrieben hat? Geld wird es doch sicherlich bestimmt nicht gewesen sein :-)

Der Steppenwolf ist daher sicher: In 1770 Tagen ist der diesjährige Dschungelkönig längst vergessen, genauso wie der aktuelle Laiendarsteller des Bundespräsidenten.

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2011 in Zahlen – für Statistikfans

Geschrieben von wettiscorner am 2. Januar 2012

Nachdem euer ehrenwerter Erzähler schon im Juli 2011 Transparenz gezeigt hat, folgt nun eine kleine statistische Erhebung für das gesamte zurückliegende Jahr. Festzustellen ist: Der Strom- und Wasserverbrauch ist gegenüber 2010 nahezu gleich geblieben. Während der Wasserverbrauch um gut 3 % auf 23,2 ccm sank, stieg der Stromverbrauch im Vergleichszeitraum um 1 % auf 1178 kwh.

Erfreulicherweise radelte euer Erzähler mit 1078 km deutlich mehr als 2010 mit nur 686 km. Hier ist allerdings noch deutlich Spielraum nach oben. 1500 km mit dem Rad sollten 2012 in jedem Fall möglich sein! Die gefahrenen Kilometer mit dem Auto stiegen ebenfalls deutlich mit 13 % auf über 17800. Aber wer E10 tankt, darf auch ein paar Kilometer mehr fahren :-) .

Weitere Zahlen, Daten, Fakten: 16 Kinobesuche (Steigerung um 400 %), rund 1500 Tweets  im Twitterland erstellt, über 7700 neue Klicks auf  youtube generiert, über 1000 mal wurde dieser Blog angeklickt, rund 5200 Romanseiten (ohne Sachbücher und beruflich bedingte Literatur) gelesen.

Mehr gibt es nicht zu verkündigen, denn ein paar Geheimnisse sollte es in den nächsten 1783 Tagen ja auch noch geben!

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2011 im Rückblick des Betrachters

Geschrieben von wettiscorner am 28. Dezember 2011

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und allerorten wird wieder zurückgeblickt. Was gab es besonderes im Jahr, welche dramatischen Ereignisse und Katastrophen bleiben in Erinnerung, wer hat das Zeitliche gesegnet, was hat die Welt nachhaltig verändert und warum wurde Schalke wieder nicht Deutscher Meister, dafür aber Pokalsieger? Die ewig gleichen Fragen und doch gibt es immer wieder andere Antworten. Also was blieb denn so hängen – eine erste kleine persönliche Auswahl. 

Nachhaltigste und folgenreichste Katastrophe: Erdbeben in Japan und der Super-Gau von Fukushima

Perfidester Einzeltäter (abgesehen von den diversen gemeuchelten oder vom Volk in den Arsch getretenen Despoten und Diktatoren dieser Welt): Anders Breivik

Lügenbaron und Politikzerstörer des Jahres: Dr. Baron von und zu Guttenberg

Wertloseste Partei des Jahres: F.D.P.

Verlust des Jahres: Loriot

Politiker des Jahres: Helmut Schmidt

Volksfest des Jahres: Oktoberfest in München bei herrlichstem Sonnenschein

Bester Verein aller Zeiten: Schalke 04 (bin schließlich Mitglied :-) )

Bester Film des Jahres (in einem an Höhepunkten sehr armen Kinojahr): „Von Menschen und Göttern“ (Frankreich, 2010)

Filmusik des Jahres: „Tron“ von Daft Punk

Künstler des Jahres: Tom Waits und sein Album „Bad as me“

Musikgruppe und Liveauftritt des Jahres: Rammstein und „Made in Germany“

Roman und Wiederentdeckung des Jahres: „Jeder stirbt für sich allein“ von Hans Fallada

Persönliche Bestleistung: Bergwanderung zur Ahornspitze im Zillertal

Tier des Jahres: Wasserbüffel

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Rammstein rammt gehörig

Geschrieben von wettiscorner am 10. Dezember 2011

Der gestrige Freitag, 9.12.2011, darf  als wirklich hochgradig zufriedenstellend bezeichnet werden. Rammstein rammt gehörig in den Ohren, endlich konnte ich einem Konzert dieser deutschen Compo beiwohnen. So geschehen in Frankfurt in der Festhalle. Eine dunkle Lücke ist damit gefüllt, hatte ich doch bereits im letzten Jahr im Februar eine Karte für Dortmund und die Tour „Liebe ist für alle da“ sicher, musste dann aber das Konzert kurzfristig aufgrund einer schweren Erkältung ausfallen lassen. Noch heute hängt die ungenutzte 71,50-Euro Karte bildrahmenumrahmt an der Wand.
 
Doch mit der großartigen Feuer- und Bombastshow in der Festhalle schließt sich der Kreis elliptisch. 1997 erstmals über David Lynchs Kultfilm  “Lost Highway“ auf diese brachialen und martialischen Tanzmetall-Rocker aufmerksam geworden – dank der in dem Film genial integrierten Hymnen „Heirate mich“ und „Rammstein“ - näherte ich mich dieser ungewöhnlichen Truppe immer mehr an. Den endgültigen Durchbruch erzielte die Gruppe bei mir mit der grandiosen „Mutter“-CD, schon allein wegen „Sonne“, mit dem Rammstein gestern auch das Spiel mit den Zweideutigkeiten eröffnete. Heute darf ich alle CD-Veröffentlichungen von Rammstein mein eigen nennen. Und damit das klar ist, ein schlechtes Gewissen habe ich damit nicht, gibt es doch so manche bescheidene Geister in diesem Lande, die Rammstein aufgrund ihres Auftretens, ihrer Gesangsinterpretation und der oft zweideutigen, diverse Tabus wie Inzest, Nekrophilie, oder (sexuelle und körperliche) Gewalt anreißenden Texte an den rechten Rand, ja gar in nationalsozialistische Sphären drängen wollen. So mögen die Neider einmal achtgeben, wie selbstironisch diese Gruppe mit eben diesen Vorhaltungen umgeht. Und wer „Links 2 3 4″ nicht richtig deutet, der hat bei einem Rammstein-Konzert eh nichts verloren.
 
Erstaunlich fand ich aber dennoch die breite Zielgruppe, die sich den Auftritt nicht hat entgehen lassen. Das Spektrum gereichte von Ringelpullover tragenden Bürohengsten mit Abitur und Promotion, wie meiner einer, bis zum 60-jährigen grauhaarigen Vorruheständler, den obligatorischen, ganz in schwarz gekleideten Individualisten, bis zu Familien, die sogar Minderjährige mitbrachten. Zwar trugen die bisweilen höchsten 10 Jahre alten Kinder („Nun, liebe Kinder gebt fein acht …“) Ohrstöpsel, haben aber aufgrund der teils Sado-Maso-Praktiken andeutenden Bühnenshow nichts, aber auch gar nichts dort verloren! Hier sollte das Jugendamt vielleicht doch mal vorstellig werden.
 
Unabhängig davon haben die zwei Stunden Rammstein einfach Riesenspaß gemacht, mal komplett abschalten vom Alltagstrott, grandiosen Krachern wie „Engel“, Feuer frei“, „Du hast“, „Ich will“, „Amerika“ oder „Mein Teil “ nicht nur lauschen, sondern diese voller Inbrunst mitbrüllen. Dies hat schon etwas von reinigender, befreiender Wirkung, wie ich sie bisweilen nur im Fußballstadion erlebe. Na gut, meine Stimme hört sich zwar heute an, wie jene knarrzende Synchronstimme von Vin Diesel in Pitch Black, aber es war einfach ein toller Abend und eine großartige Show, die die Mannen um Till Lindemann geliefert haben.

Es brennt - aber nur bei Rammstein

 

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Von Lügen und Baronen

Geschrieben von wettiscorner am 24. November 2011

So, so. Da hat die deutsche Rechtsprechung ja mal wieder einer Meisterleistung vollbracht und einmal mehr bewiesen, dass alle gleich sind, nur manche sind manchmal gleicher als gleich vor Gericht. Solche Gleichen dürfen sich dann auch gleich mal mit 20.000 Euro von jeder Schuld freisprechen, kommen straffrei aus, gelten als nicht vorbestraft und erhalten keinen Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis. Vielleicht dürfen solche Unmoralen dann sogar wieder politische Ämter begleiten, zumindest in Parteien mit dem C im Namen.

Was immer das Gericht geritten hat, es ist eine empörende Entscheidung und ein Schlag ins Gesicht aller rechtschaffender Bürger, die sich ihren Doktortitel hart und mit ehrlichen Mitteln und aus eigenen Stücken verdient und erarbeitet haben. Der Betrug eines gewissen Barons – und ein solcher ist es nun mal – wird damit zu einem Kavaliersdelikt und einer Marginalie  herunter gespielt und hat laut Gericht keinen relevanten wirtschaftlichen Schaden bei den betroffenen Klägern hervorgerufen. Als ob es darum geht, liebes deutsches Gericht. Schonmal was von Anstand und Moral gehört, oder zählt nur der schnöde Mammon? Sonst könnten sich Lügenbarone wohl kaum freikaufen und ihr Gewissen mit Spenden an die Kinderkrebshilfe reinwaschen. An Stelle dieser Hilfsorganisation würde ich allein schon aus Anstand diese „Spende“ nicht annehmen. Wie Guttenberg das dann seinen Kindern erlären würde?

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20112011 – ein schönes Datum

Geschrieben von wettiscorner am 21. November 2011

Klar, es gab den 11.11.11, den ja viele Paare genutzt haben, um sich standesamtlich dem Bund der Ehe zu verschreiben. Mal schauen, wie viele dieser frisch Vermählten am 12.12.12 (also kurz vor dem offiziellen Ende der Welt am  21122012) noch zusammen sind. Doch wahre Schönheit liegt doch nur im vor wenigen Minuten zu Ende gegangenen 20112011. Welch systemisches, welch formschönes, welch einmaliges Datum. Ein Tag der puren Völlerei, doch auch an einem Totensonntag darf das sein, wenn man einen guten Grund dafür hat :-) . Und dieses Datum ist auch ein Sinnbild des Klimawandels. 1966 lag noch 20 Zentimeter Schnee, und heute? 45 Jahre später könnte man meinen, der depressive November war auf der Couch oder hat zuviel Sonne getankt. Mal schauen wie sich dieser besondere Tag im Jahre 2056 darstellen wird, natürlich nur, wenn der Kalender der Mayas falsch sein sollte. Der Steppenwolf ist gespannt und zählt noch 1825 Tage bis zur nächsten Etappe.

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Schee war´s auf dem Oktoberfest

Geschrieben von wettiscorner am 3. Oktober 2011

Ob das Oktoberfest in München noch zeitgemäß ist? Ob das Oktoberfest spießig und zu traditionell ist? Ob das Oktoberfest dem Alkoholismus und der sexuellen Belästigung Tür und Tor öffnet? Keine Ahnung, aber wen interessieren all die womöglich zutreffenden Vorurteile, wenn das größte Volksfest der Welt 2011 bei traumhaften Wetter regelrecht zum Verweilen und Beobachten einlud.

Selbst ich habe es nach über sechs Jahren mal wieder gewagt, am letzten Festwochenende meine Füße auf die Theresienwiese zu setzen und mich den quetschenden, drückenden Menschenmassen zu ergeben, wohlwissend, dass ich weder eine Originalmaß bekommen noch einen Blick in die wie immer im wahrsten Sinne des Wortes brechend vollen Festzelte erhaschen würde. Das war aber auch nicht nötig, war es draußen doch  erstaunlich angenehm übers Festgelände zu wandern.

Es lag wohl am herrlichen Wetter, dass das nach Belustigung dürstende Volk zufrieden dreinschaute und respektvoll Platz für den anderen machte. Eine fürwahr friedliche Atmosphäre, die mir entgegenschwappte.  Interessant, welche aufwändigen, teils haarsträubend wilden Fahrgeschäfte um die Gunst der Besucher buhlten. Ich habe mich mit der klassischen Olympia-Achterbahn, der pfeilschnellen Alpen-Achterbahn und dem immer wieder herzerfrischend lustigem Teufelsrad zufrieden gegeben.  

Erstaunlich auch: So viele tradionell gekleidete Besucher hat die Wiesn in den letzten Jahren wohl selten gesehen. Es gehört mittlerweile zum guten Ton in München, dass die Olden, aber vor allem immer mehr Jugendliche im Dirndl- und Lederhosenwahn stecken. Passend hierzu wurde auch wieder die Oilde Wiesn dargeboten. Hat zwar Eintritt gekostet, dafür waren schöne historischen Karusells zu bestaunen - und sogar das dort aufgestellte Festzelt war nicht überfüllt, so dass man auch mal durchgehen konnte. Das reichte aber schon, um sich in die Gefahr eines Hörsturzes oder einer permanenten Taubheit zu begeben.  

Oktoberfest 2011_1 (Quelle: DrWetti)

Traumhaftes Wetter auf dem Oktoberfest 2011 (Bild: DrWetti)

Oktoberfest 2011 in München: Schnelles Taxi für Alkoholopfer (Bild: DrWetti)

Oktoberfest 2011 in München: Schnelles Taxi für Alkoholopfer (Bild: DrWetti)

Fazit: Schee wars, auch wenn ich dem ein oder anderem Fladen Erbrochenem sowie einigen Volltrunkenen ausweichen musste. Nur eines werde ich aber sicher nie machen: In der Lederhose oder im Dirndl über die Wiesn gehen. Dies sei denn doch den bajuwarischen Eingeborenen überlassen :-) !

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Der Hobbit – Warum Peter Jackson grandios scheitern wird

Geschrieben von wettiscorner am 18. September 2011

Habe soeben „Der kleine Hobbit“ von J. R. R. Tolkien gelesen, gewissermaßen als kleine Vorbereitung auf die mit Spannung zu erwartende Verfilmung von Peter Jackson. Jener Jackson, der uns von 2001 bis 2003 mit seiner Version der „Herr der Ringe“-Trilogie den Glauben ans Kino und die große Leinwand zurückgeschenkt hat. Für mich waren diese Filme rund um Weihnachten immer ein Genuss, und die Vorfreude darauf ebenso schön. Großartig, was Jackson damals (ist ja nun auch schon wieder fast 10 Jahre her) auf die Leinwand zauberte, welche phantastischen Welten und Charaktere und visuellen Effekte er geschaffen hat.

Nun kehrt der zurecht Oscar-gekrönte Regisseur ins Auenland und seine Hobbitwelt zurück, um die lose Vorgeschichte zum Herrn der Ringe gestalterisch umzusetzen. Ich fürchte allerdings, dass er an dieser doch recht dünnen Geschichte rund um Bilbo Beutlin grandios scheitern wird. Warum er die Verfilmung als 2-Teiler anlegt, bleibt ihm überlassen. In erster Linie will er natürlich doppelt an der Kinokasse abkassieren, und das Ganze dazu noch in 3-D. Unter Hobbit – der Film sind übrigens einige Hintergrundinfos zum Status quo der Verfilmung nachzulesen.

Warum wird Jackson grandios scheitern? Weil man im Prinzip alles schon aus Herr der Ringe kennt. Viel neues an gestalterischen Möglichkeiten und Szenerien bietet der kleine Hobbit nun mal nicht. Fliegende und sprechende Drachen wie Smaug kennt man inzwischen zur Genüge (z. B. Dragonheart), die Verfolgungsjagden in den Höhlen der Orks oder bei den Elben kann man nicht besser umsetzen als im Herrn der Ringe schon geschehen. Natürlich wird Jackson gewohnt routiniert die im Buch lediglich auf maximal fünf Seiten beschriebene Schlacht der 5 Heere genüßlich in Szene setzen. Aber wie er die Schlachten in Helms Klamm oder in der Rückkehr des Königs toppen will – nun, da müssen wir uns überraschen lassen. Mit Erstaunen habe ich lesen müssen, dass auch Legolas dabei sein soll, obwohl der im Buch gar nicht auftaucht. Da wird Jackson wohl noch so einiges hinzuerfinden müssen, wenn er aus dem Stoff zwei abendfüllende Streifen produzieren will. Aber ich lasse mich gerne positiv überraschen. Denn schließlich galt es als unmöglich, den Herrn der Ringe zu verfilmen, bis Peter Jackson kam. Für ihn wird es aber nun wiederum fast unmöglich, dieses Meisterwerk des Kinos nochmal zu toppen.

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11.9.2011 – 10. Jahrestag eines Terroranschlags

Geschrieben von wettiscorner am 11. September 2011

Wie sollte es auch anders sein. Zum 10. Jahrestag von 9/11 berichten die TV-Stationen (speziell die Nischenprogramme), Print- und Onlinemedien nahezu rund um die Uhr  über die verheerenden Terroranschläge auf die USA. Die Bilder der einstürzenden Türme des Word Trade Centers haben sich ins kollektive Bewusstsein zumindest der westlichen Hemisphäre und Gesellschaft eingeprägt. Die islamistische Welt mag möglicherweise eine andere Sicht auf diese Ikonen des Wahnsinns haben, es obliegt mir aber nicht, darüber zu urteilen.

Wie die meisten, weiß natürlich auch ich,was ich am 11.9.2001 zum Zeitpunkt der Flugzeugeinschläge getan habe. Ich hatte um diese Zeit am Nachmittag (MEZ) im Büro meines damaligen Arbeitgebers gearbeitet. Mit einer Stunde Verspätung wurde ich durch ein Telefonat auf die Explosion im WTC in New York aufmerksam gemacht. Danach verfolgte ich nebenbei via Spiegel Online  die dramatischen Ereignisse, die sich zunächst für mich wie ein spannender Krimi im Live-Ticker offenbarten. Erst später zuhause, als ich dann auch die ersten Bilder sehen konnte, schlich sich ein Gefühl der Angst in meine Knochen, denn die Anschläge auf die USA waren augenscheinlich auch ein Angriff auf die westliche Gesellschaft gewesen. Drohten gar ein 3. Weltkrieg oder mörderische Anschläge in Deutschland? Wie sich gezeigt hat, ist beides (noch) nicht eingetreten. Aber was ist geblieben vom 11.9.? 

Vor allem eine Dokumentation der französischen Brüder und Filmemacher Jules und Gédéon Naudet. Sie haben aus meiner Sicht den immer noch besten, intensivsten und emotional aufwühlensten Doku-Film zu 9/11 gedreht. „11. September – Die letzten Stunden im World Trade Center“ (2002). In diesem Film sind die einzigen Innenaufnahmen im World Trade Center nach dem Einschlag der Flugzeuge zu sehen. Die schrecklichsten Szenen sind jene, in denen man immer wieder krachende Schläge im Hintergrund des Empfangsbereichs eines der beiden Türme hört. Man sieht (glücklicherweise) nicht, was dort passiert, aber man erfährt, dass es sich um Menschen handelt, die sich aus den oberen, vom Feuer abgeschnittenen Etagen aus den Fenstern stürzten, um nicht zu verbrennen. Diese Aufschläge hallen mir immer noch im Ohr, wenn ich an den 11.9. denke. Mögen die Aufnahmen der beiden einstürzenden Türme als Märtyrerikonen im kollektiven Gedächtnis der Allgemeinheit eingebrannt sein, so sind für mich doch gerade diese Geräusche der Todestürze hoffnunglos verzweifelter Menschen ein mahnendes Andenken an diese in jeder Hinsicht verabscheuungswürdigen Terroranschläge.

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