Wanderer kommst du nach Bad Orb …
Verfasst von wettiscorner am Juli 5, 2008
Ein schöner Wandertag sollte es heute werden, als kleines Warm-up für die Watzmann-Besteigung nächstes Wochenende gedacht. Am Ende aber muss ich konstatieren, dass die Wanderwege rund um Bad Orb und dem Beilstein nicht wirklich zu empfehlen sind. Gedacht war eine Rundwanderung rund um den Beilstein von rund 18,5 Km. Startpunkt war am Wildpark und man sollte laut Streckeninformation immer nur der Markierung „Blaue 18″ folgen. Blau war wohl derjenige, der die 18er Markierungen an den Bäumen zu verantworten hatte. Der Anstieg verlief zunächst planmäßig, aber schon an einer der ersten Weggabelungen wart keine 18 als Orientierung mehr gefunden, statt dessen war als einzige Kennung eine 4 zu sehen, der ich auch gefolgt bin, da dieser Weg ganz offenkundig als einziger nach oben weiterführte, und da sollte es ja schließlich auch hin. Irgendwann endete auch dieser Weg plötzlich im Dickicht, ich fand aber noch rechtzeitig einen begehbaren, unmarkierten Seitenweg, dem ich folgte, bis ich auf einmal wieder auf die 4 stieß, der ich mich dann mutig anvertraute und schließlich mit einer Rast auf der für diese Strecke größtmöglichen Anhöhe von 540 m belohnt wurde. Weiter ging es nach Gefühl, denn von einer sinnvollen Wegemarkierung konnte keine Rede sein. Nach immerhin rund 5 Km Fussmarsch kreuzte ich dann urplötzlich wieder die blaue 18, scheinbar hatte der Verantwortlliche hier wieder Pinsel und Farbe gefunden. Begeistert folgte ich derselbigen, denn schließlich wollte ich ja diesen verdammten Rundweg gehen. Der Weg war dann auch immerhin endlich klar gekennzeichnet, komischerweise führte der Weg mitten durch einen Golfplatz, bis pötzlich eine Straße den gemütlichen, anspruchslosen Wanderweg teilte. Aber kein Problem, denn die Wegmarkierung war ja vorhanden und führte mich zum Beilstein, die als aufsehenerregende Felsenformation beschrieben wird, mir aber nur ein mildes, und doch bezeichnenderweise müdes Lächeln abrung. Zudem begann die blaue 18 schon wieder verwirrende Richtungen anzuzeigen. Ich folgte schließlich einer, die mich in und über verworrene Wege durch ein namenloses Kaff führte, bis zu einem Sportplatz, der einer solchen Beschreibung spottet, und aufeinmal fand ich keine 18 mehr. Ich folgte aber dem einzig logischen Weg, einem Feldweg, der Richtung Bad Orb zeigte, aber es fand sich keinerlei wegweisende Kennzeichnung mehr, es fand sich überhaupt keine Kennzeichnung mehr. Was denkt sich der Bad Orbsche Touristikverband eigentlich dabei, den nach Erholung suchenden Wanderer orientierungslos stehen zu lassen. Von den Alpen bin ich da anderes gewohnt. Und ich möchte nicht während des Wanderns ständig auf eine Karte schauen, sondern mich durch eine intelligente und vor allem lückenlose Wegleitung führen lassen. Nichtsdestotrotz ging ich weiter in einen Fichtenwald hinein und siehe da, es tauchte wieder eine Zahl auf, diesmal die 41, warum auch nicht. Tja, und dann stand ich komischerweise wieder am besagten Golfplatz. Und die 18 war auch wieder da. Geladen ob dieser BadOrbschen Unfähigkeit, nahm ich schließlich den kürzesten Weg zurück zum Parkplatz. Immerhin gereichte es zu 13,5 km in 3 h. Ich bin mir sicher, auf dem Watzmann wird dies nicht passieren. Aus Protest bin ich übrigens nicht mehr in Bad Orb eingekehrt, obwohl ich hungrig war. Da hab ich mir lieber zu hause noch ne Pizza reingeschoben. Meine Empfehlung. Wanderer kommst du nach Bad Orb, so gehe lieber gleich weiter und halte dich dort nicht auf.
Dr. Wetti